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Offener Brief an die Fan Clubs

 

 

Einer grandiosen Saison mit dem Triple-Gewinn als Krönung und tollen Auftritten von uns allen aus der Südkurve in den Stadien der Bundesliga und Europas stehen der Konflikt um den Blockzugang zur Südkurve und ein nicht zu leugnender Riss zwischen Teilen der Bayernfans gegenüber. Dabei könnte man sich viel Ärger untereinander ersparen, wenn man sich gegenseitig mit mehr Respekt begegnen und mehr miteinander reden würde. Einen Schuh, den auch wir uns anziehen müssen. Wir haben definitiv auch selber Fehler gemacht, sei es als Gruppe oder auch was das Verhalten einzelner Mitglieder von uns betrifft. Es ist allerdings genauso wenig akzeptabel, wie man sich zum Teil uns gegenüber verhalten hat. Respekt ist keine Einbahnstraße. Respekt beinhaltet die Erkenntnis, dass es ganz verschiedene Formen gibt, Fan des FC Bayern zu sein. Alle haben ihre Berechtigung. Die jungen Fans aus der Südkurve, Ultras, Fanclub-Mitglieder, Jahreskartenbesitzer, Gegengeraden- und Haupttribünen-Besucher. Unser gemeinsamer Nenner ist Bayern München.

Bei einer so großen und vielseitigen Fanszene, wie sie der FC Bayern hat, bleibt es natürlich nicht aus, dass es zu vielen Themen unterschiedliche Meinungen gibt. Das ist ganz normal und auch gut so. Wichtig ist, dass man sich mit Argumenten auseinandersetzt und respektvoll miteinander umgeht. In der Vergangenheit ist es aber leider oft nicht so gelaufen. Deswegen machen wir jetzt diesen Schritt und wenden uns an Euch, die Fanclubs des FC Bayern, um Euch unsere Sicht der Dinge darzulegen und einen Dialog zu beginnen. Es geht nur miteinander. Das ist unser Versuch, auf Euch alle zuzugehen. Offen, ehrlich und direkt.

Es geht uns dabei nicht darum, uns in ein besseres Licht zu stellen oder uns zu rechtfertigen. Wir wollen unsere Sicht der Dinge darstellen und sind uns auch bewusst, dass diese Sicht nicht die einzig richtige ist. Wir wissen, dass andere Leute andere Meinungen haben. Vielleicht basieren diese Meinungen aber zum Teil auch auf falschen Informationen und Interpretationen. Deswegen wollen wir mit diesem Text unseren Standpunkt darlegen. Das sind wir und das ist unsere Meinung zu bestimmten Dingen. Hört Euch an, was wir zu sagen haben und macht Euch Euer eigenes Bild. Sicherlich werden viele weiterhin anderer Meinung sein. Wichtig ist es zu akzeptieren, dass es unterschiedliche Meinungen gibt. Das hier ist unsere.

WER WIR SIND UND WAS WIR WOLLEN:

Viele von Euch werden uns kennen und wissen, wer wir sind und was wir wollen. Viele wissen es aber vielleicht auch nicht oder zumindest nicht genau. Deswegen stellen wir uns nochmal kurz vor. Die Schickeria München ist eine von mehreren und sicher die größte Ultras-Gruppe aus der Südkurve. Hier stehen wir seit über 10 Jahren als Gruppe (einige von uns noch viel länger), um dem Hauptzweck unserer Gruppe nachzugehen, den FC Bayern bestmöglich zu unterstützen. Im Grunde ist das der Kern von dem, was wir unter „Ultras“ verstehen. Einer im letzten Jahrhundert in Italien entstandenen Form des Fanseins, die leider in letzter Zeit in den Medien sehr einseitig dargestellt wird. Unser Ziel ist es, mit Fahnen, Trommeln und Megaphon die Stimmung im Fanblock zu koordinieren. Wir wollen an der Stelle nicht behaupten, immer die Bravsten zu sein. So schlimm, wie viele denken, sind wir aber bei weitem nicht. Bei allen Fehlern und aller Unangepasstheit hatten wir das Herz immer am richtigen Fleck und waren von der ersten Sekunde an immer und überall für den FC Bayern da. Denn im Grunde dreht sich bei uns das Meiste einfach nur darum, möglichst laut und kreativ den Verein zu unterstützen. Gleichzeitig wollen wir uns aber auch für unsere Interessen und die von anderen Fans einsetzen. Darunter fallen zum Beispiel die Möglichkeit, Trommeln, Fahnen oder Megaphon in den Fanblock mitnehmen zu können. Das ist leider alles andere als selbstverständlich. Gerade uns Bayernfans werden solche Fanutensilien, mit denen die Stimmung angeheizt werden soll, oft verboten. Zusammen mit anderen Fanclubs, Fangruppen und Fan-Organisationen, wie dem Club Nr. 12, versuchen wir uns für unsere Interessen einzusetzen. Zu diesem Zweck und zum Austausch unter den Fans in der Südkurve wurde im vergangenen Jahr der Südkurven-Rat gegründet.

WAS IST DER SÜDKURVEN-RAT?
Im Südkurven-Rat sollen der Austausch unter verschiedenen Richtungen innerhalb der Südkurve gefördert sowie gemeinsame Entscheidungen getroffen werden. Am Südkurven-Rat kann jeder Fanclub und jede Gruppe teilnehmen, der oder die mit mindestens zehn Fans in der Südkurve steht. Wir treffen uns so etwa alle zwei Monate, meistens nach einem Heimspiel. Im Südkurven-Rat sind junge und alte Bayernfans, Ultras und Nicht-Ultras und damit die unterschiedlichsten Meinungen vertreten. Der Südkurven-Rat ist immer offen für neue Vertreter, die die Kriterien erfüllen und mitarbeiten wollen.

DIE FÜHLEN SICH ALS DIE BESSEREN FANS

Diesem Missverständnis wollen wir vehement widersprechen. Wir fühlen uns keinesfalls als die besseren Fans. Der Eindruck entsteht vielleicht, weil wir uns für unsere Vorstellungen von der Kurve einsetzen und dabei aus verschiedenen Gründen mehr Zeit und Aufwand einbringen, als es andere verständlicherweise können. Was wir machen, machen wir nicht, um irgendwem zu gefallen, sondern weil wir daran glauben. Wir haben Ideen, entwickeln sie weiter, leben sie aus und werben dafür. Es ist ganz natürlich, dass diejenigen, die sich in eine Sache am meisten einbringen, diese am meisten prägen. Das ist überall so. Wie wir anhand der aktuellen Situation aber alle sehen können, hätten wir viel früher anfangen müssen, uns mit viel mehr Bayernfans über unsere Vorstellungen auszutauschen. Damit wollen wir jetzt – besser spät als nie - anfangen.
Der falsche Eindruck, wir verstünden uns als die besseren Fans, mag auch durch die ein oder andere unüberlegte Aktion verstärkt werden. Wir machen Fehler, dazu stehen wir. Wir werden an uns arbeiten.

SCHICKERIA UND CLUB NR. 12: IST DAS NICHT DASSELBE?
Fälschlicherweise denken viele, Club Nr. 12 und Schickeria seien dasselbe. Viele Schickeria-Mitglieder sind Mitglied im Club Nr. 12. Genauso, wie viele Fans Club Nr. 12-Mitglied sind, die nicht in der Schickeria sind und mit den Zielen der Schickeria vielleicht gar nichts anfangen können oder diese vielleicht sogar mehr oder weniger kritisch sehen. Im Club Nr. 12 sind etwa 2.500 Bayernfans aus den unterschiedlichen Gegenden, jung und alt, mit verschiedenstem Fan-Hintergrund organisiert und engagiert. Der kleinste Teil davon versteht sich selber als Ultras. Der Club Nr. 12 ist gegründet worden, um große Choreographien im Stadion und große Projekte wie Feiern für alle Bayernfans, Flieger zu europäischen Spielen oder Sonderzüge zu organisieren sowie die Interessen von Bayernfans zu vertreten. Die Schickeria unterstützt den Club Nr. 12 in diesen Anliegen.

WAS IST EIGENTLICH GENAU DAS PROBLEM MIT DEM ZUGANG ZUR SÜDKURVE?
Um die Problematik zu verstehen, muss man sich mit einigen Hintergründen beschäftigen. Der Block 112/113 in der Mitte der Südkurve ist mit seinen knapp 1.800 Plätzen der einzige echte Stehplatzblock im ganzen Stadion. Hier treffen sich die Fans, die über die ganzen 90 Minuten singen, schreien und Fahnen schwenken wollen. Hier wird die Stimmung initiiert, die im Optimalfall auf die anderen Fans überschwappt. Man kennt sich und über die Jahre haben sich Strukturen entwickelt, die für eine gute Stimmung wichtig sind. Vor allem auf viele junge Fans übt dieser Bereich eine hohe Anziehungskraft aus. Sie haben noch nicht so viele Erfolge und Dinge mit unserem Verein erlebt, für sie ist es besonders wichtig, den FC Bayern fanatisch anzufeuern. Allerdings werden ein Großteil der Karten für diesen Bereich als Jahreskarten vergeben. Alle Jahreskarten sind seit Jahren fest in den Händen ihrer Besitzer, die auch schön dumm wären, ihre Karten im für viele attraktivsten Block aufzugeben. Für den Fan-Nachwuchs bedeutet das leider, dass sie sich mit den wenigen übrigen Tickets begnügen müssen. Ein Teil davon wird über das sogenannte „U21-Karten-Programm“ vergeben. Einen anderen Teil verteilen die Fanclubs und Fangruppen im Arbeitskreis Fandialog.
Da diese Karten leider viele der aktiven Fans nicht erreichen, müssen die sich in die Südkurve schmuggeln. Ein Großteil dieser „Schmuggler“ ist es nämlich, der mit am lautesten und ausdauernd anfeuert und deswegen enorm wichtig für eine gute Stimmung in der Südkurve ist. Seit etwa zwei Jahren sind diese „Schmuggler“ zum Thema hochstilisiert worden. Dabei war der Block auch mit der stattlichen Zahl von regelmäßigen „Schmugglern“ nicht an den gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgrenzen angelangt, weil deutlich weniger Tickets verkauft werden, als es möglich wäre. In diesen zwei Jahren gab es einen Haufen Sitzungen des AKFD, viele Gespräche, viele Vorschläge und Bemühungen der Fans, eine Lösung zu finden, die alle Interessen berücksichtigt. Über diesen Prozess der letzten zwei Jahre haben wir zwei, drei Erklärungen geschrieben, die auf der Seite www.suedkurve-muenchen.orgdokumentiert sind. Leider hat die Vereinsführung in der Sache eine Basta-Entscheidung getroffen, die uns alle sehr frustriert hat. Der Endpunkt der Geschichte ist, dass in der Sommerpause vor die ganze Südkurve Drehkreuze installiert wurden, die nur noch die Leute in die jeweiligen Blöcke lassen, die genau da ihre Karten haben. Viele aus dem Stimmungskern werden jetzt nicht mehr in die Kurve kommen.

Überall auf der Welt funktionieren Fankurven dadurch, dass sich Leute zusammenstellen können und sich innerhalb der Kurvengänger Strukturen, sowas wie feste Plätze, bilden, eine Regulierung von den Leuten selber entwickelt und sich dann ein Stimmungskern zusammenfindet. Um mal einen Vergleich zu wagen: Könnt Ihr Euch ein Bierzelt vorstellen, in das pro Tisch nur sechs Personen reingelassen werden, die an einen vorgegebenen Platz sitzen müssen. An einem Tisch, an dem wildfremde Leute nebeneinander gesetzt werden, von denen ein Teil ihr Hähnchen essen will und andere auf den Tischen tanzen wollen? Beides gehört zu einem Volksfest dazu. Sowohl diejenigen, die kommen, um die Atmosphäre zu genießen, ihr Hendl zu essen und gemütlich zusammenzusitzen, als auch diejenigen, die an den Plätzen vor der Blaskapelle auf den Tischen tanzen. Im Bierzelt reguliert es sich selber, dass jeder seinen Platz findet. Natürlich kann man diesen Vergleich nicht 1:1 auf ein Stadion übertragen. Er verdeutlicht aber, dass auch in einem Stadion nicht immer alles bis ins kleinste Detail durchreguliert und kontrolliert sein muss. Denn das zerstört die Fankultur.


EINLADUNG ZUR DISKUSSION

Wir wollen Euch und Eure Fanclub-Mitglieder hiermit herzlich einladen, uns Eure Meinung zu diesem Problem und dem weiteren Vorgehen zu sagen. Wir erwarten dabei aber Sachlichkeit und Konstruktivität, denn wir bemühen uns auch, sachlich und konstruktiv zu sein. Informiert Eure Fanclub-Mitglieder und kommt vorbei.

Die Diskussion findet am Samstag den 24.08.2013 gegen 18 Uhr nach dem Spiel gegen Nürnberg statt. Wir bitten um Anmeldung per Mail. Über den genauen Ort wird noch informiert.

Wir freuen uns auf Euer Kommen, Eure Meinung, Kritik, Lösungsvorschläge, Fragen zur Thematik oder allgemein zu unserer Gruppe und eine konstruktive und sachliche Diskussion.

Da viele Bayernfans nicht aus München kommen oder an dem Termin keine Zeit haben, wollen wir im Laufe der nächsten Zeit auch regionale Treffen in Eurer Nähe organisieren. Schreibt uns einfach eine Mail, wenn Ihr Interesse daran habt.

Ihr könnt Euch auch per Mail mit Anregungen, Kritik und Fragen an uns wenden oder uns einfach nur schreiben, wenn Ihr auf dem Laufenden gehalten werden möchtet:



Es geht nur zusammen. Es geht nur mit Respekt füreinander.

Schickeria München aus der Südkurve